Aufgrund der lang anhaltenden Niedrigzinsphase besteht für viele Unternehmen das Problem, dass die Bewertung der Pensionsrückstellungen in ungeahnte Höhen steigt, denn Pensionsrückstellungen werden in der Handelsbilanz abgezinst. Der dafür relevante Zinssatz orientiert sich an der Zinsentwicklung der letzten Jahre. Bei sinkenden Zinsen führt dies rechnerisch zu einer höheren Rückstellung, obwohl sich die Pensionsverpflichtung (Rentenhöhe) selbst nicht ändert.

Der Gesetzgeber trägt der Niedrigzinssituation durch neue Bewertungsparameter  Rechnung.

Am 17.03.2016 ist das Gesetz in Kraft getreten.


Die Fakten:

Der Referenzzeitraum für die Ermittlung des Diskontierungs- zinssatzes von Pensionsrück- stellungen wird gem. § 253 (2) Satz 1 HGB auf 10 Jahre verlängert (bisher 7 Jahre). Das führt zu einer günstigeren Bewertung der Pensionsrück- stellung in der Handelsbilanz. Bei sonstigen Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr bleibt der Ermittlungszeitraum wie bisher bei 7 Jahren.

In Höhe des positiven Unterschiedsbetrags der Rückstellungen nach alter und neuer Berechnungsmethodik besteht eine Ausschüttungs- sperre. Der Unterschiedsbetrag ist im Anhang oder unter der Bilanz zu nennen.

Steuerlich ändert sich durch das neue Gesetz nichts. Der Zinssatz von 6% in der Steuerbilanz (§ 6a EStG) bleibt unverändert. Die Neuregelung ist erstmals auf den Jahresabschluss für das nach dem 31.12.2015 endende Geschäftsjahr anzuwenden.

Die Neuregelung darf bereits für Jahresabschlüsse, die nach dem 31.12.2014 beginnen und vor dem 01.01.2016 enden, angewendet werden. Dadurch kann z.B. bereits für den Jahresabschluss 2015 eine günstigere Bewertung der Pensionsrückstellung erreicht werden.


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