Anschaffungsnahe Herstellungskosten liegen vor, wenn innerhalb von drei Jahren nach Anschaffung eines Gebäudes Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt werden, deren Nettoaufwendungen 15% der Gebäude-Anschaffungskosten übersteigen. In diesem Fall können die Aufwendungen nicht sofort, sondern nur über die Gebäudeabschreibung berücksichtigt werden.

Ein Urteil des FG Düsseldorf lässt aufhorchen (Urteil v. 21.01.2016 – 11 K 4274/13 E).


Die Fakten:

Aufwendungen des Vermieters zur Beseitigung von Schäden, die der Mieter nach Erwerb des Gebäudes / der Eigentumswohnung verursacht hat, sind nach Auffassung des Finanzgerichts keine anschaffungsnahen Herstellungskosten, sondern sofort abzugsfähige Werbungskosten.

Nach Ansicht des Finanzgerichts ist der Anwendungsbereich der Vorschrift des § 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG einzuschränken. Die Gesetzesbegründung lässt keine Anhaltspunkte dafür erkennen, dass der Gesetzgeber Aufwendungen zur Beseitigung von Schäden, die erst nach Erwerb der Immobilie entstehen, als anschaffungsnahe Herstellungskosten erfassen wollte.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Revision wurde zugelassen, da höchstrichterlich noch nicht entschieden ist, ob Aufwendungen zur Beseitigung nachträglicher Schäden anschaffungsnahe Herstellungskosten auslösen können (Rev. BFH IX R 6/16).

Zur Frage der Einbeziehung von Aufwendungen für Schönheitsreparaturen sowie Erhaltungsarbeiten, die jährlich üblicherweise anfallen, in die Prüfung von anschaffungsnahen Herstellungskosten ist ein weiteres Verfahren vor dem BFH anhängig (BFH IX R 22/15). Sollten Sie in ähnlich gelagerten Fällen von der Thematik betroffen sein, helfen wir Ihnen gerne weiter.


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Helmut Radtke, Bilanzbuchhalter - International IHK, Tel. 0271 / 23090-0 / helmut.radtke@8p.de