Der V. Senat des Bundesfinanzhofs hat mit drei Urteilen vom 2.12.2015 zu Zweifelsfragen betreffend die umsatzsteuerliche Organschaft Stellung genommen und damit die jüngst hierzu ergangene EuGH Rechtsprechung umgesetzt. Wesentliche Neuerung ist die erweiternde Auslegung des Umsatzsteuergesetzes dahingehend, dass unter engen Voraussetzungen auch Personengesellschaften umsatzsteuerliche Organgesellschaften sein können.


Die Fakten:

Tochterpersonengesellschaften können zukünftig umsatzsteuerliche Organgesellschaften sein, wenn nur Organträger und andere finanziell beherrschte Gesellschaften beteiligt sind.

Die umsatzsteuerliche Organschaft zwischen Schwestergesellschaften ist weiterhin nicht möglich. Hierbei fehlt das geforderte Über- und Unterordnungsverhältnis.

Der BFH hält daran fest, dass der Organträger stets umsatzsteuerlicher Unternehmer sein muss (nicht z. B. reine Finanzholding oder nicht unternehmerisch tätige juristische Person des öffentlichen Rechts).

Prüfung bestehender Strukturen

Eine umsatzsteuerliche Organschaft entsteht „automatisch“, sobald die Voraussetzungen erfüllt sind. Durch die neue BFH-Rechtsprechung wird der Kreis möglicher Organgesellschaften auf Personengesellschaften erweitert. Deshalb sollten bestehende Strukturen daraufhin überprüft werden, ob bislang nicht in den Organkreis einbezogene Personengesellschaften nach der neuen Rechtslage Teil des Organkreises sind.

Sprechen Sie uns gerne hierzu an.


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Tobias Stöhr, Steuerberater, Tel. 0271 / 8800-50 / tobias.stoehr@8p.de