Die bisherigen steuerlichen Regelungen zum steuerlichen Reisekostenrecht wurden mit dem Gesetz zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts vom 20. Februar 2013 umgestaltet. Kernpunkt dabei: Die gesetzliche Definition der “ersten Tätigkeitsstätte“ in § 9 Abs. 4 EStG und der damit entfallende Begriff der regelmäßigen Arbeitsstätte“.


Die Fakten:

Jeder Arbeitnehmer kann je Arbeits- oder Dienstverhältnis nur noch eine erste Tätigkeitsstätte haben.

Die vorrangige Bestimmung der ersten Tätigkeitsstätte erfolgt durch den Arbeitgeber, allerdings muss der Arbeitnehmer an dieser Tätigkeitsstätte - wenn auch nur in ganz geringem Umfang - tätig werden.

Die Festlegung durch den Arbeitgeber kann/sollte arbeitsvertraglich, tarifvertraglich, mittels dienstrechtlicher Verfügungen, Einsatzplänen Reisekostenabrechnungen etc. erfolgen.

Nur wenn eine Festlegung durch den Arbeitgeber nicht erfolgt, wird die erste Tätigkeitsstätte anhand quantitativer Kriterien bestimmt.

Erste Tätigkeitsstätte ist auch eine Bildungseinrichtung, die zum Zwecke eines Studiums oder einer anderen vollzeitigen Bildungsmaßnahme aufgesucht wird, wenn das Studium oder die Bildungsmaßnahme außerhalb eines Dienstverhältnisses stattfinden.

Und was bedeutet das für Sie?

Als Arbeitgeber haben Sie es in der Hand Ihren Arbeitnehmern eine erste Tätigkeitsstätte zuzuweisen. Die Pendlerpauschale gilt nur für Fahrten zu der ersten Tätigkeitsstätte. Alle anderen Fahrten des Arbeitnehmers lösen Reisekosten aus, die dem Arbeitnehmer lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei zu ersetzen sind. Ist der Arbeitnehmer an mehreren Tätigkeitsstätte im Einsatz, ergibt sich durch die gezielte Festlegung einer ersten Tätigkeitsstätte ein gewisses Gestaltungspotential.


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Thomas Falkenheiner, Steuerberater, Tel. 02739 / 3039-0 / thomas.falkenheiner@8p.de