Die neue Rechtsprechung des BFHs (Urteil vom 03.09.2015, Az. VI R 9/15) folgt auch unserer Rechtsansicht dahingehend, dass während des Masterstudiums die Möglichkeit des Kindergeldbezugs besteht. Alleine die erfolgreiche Beendigung eines Bachelorstudiums stellt keine abgeschlossene Berufsausbildung dar und schließt somit den Bezug von Kindergeld nicht aus.

Sofern das Bachelor- und Masterstudium als mehraktige Ausbildungsmaßnahme angesehenen wird, liegen bis zum Abschluss des Masterstudiums bzw. des 25. Lebensjahres die Voraussetzungen für das Kindergeld vor.


Die Fakten:

Eine mehraktige Ausbildungsmaßnahme liegt vor, wenn das Bachelor- und Masterstudium zeitnah und inhaltlich aufeinander abgestimmt sind, erst das Masterstudium die Befähigung zum erstrebten Beruf darstellt und das Kind das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Eine Erwerbstätigkeit neben dem Studium ist unschädlich.

Sollte eine der Voraussetzungen nicht erfüllt sein, liegt keine Erstausbildung mehr vor und das Kindergeld wird versagt. Ab diesem Zeitpunkt besteht jedoch die Möglichkeit, die in Verbindung mit dem Studium anfallenden Kosten als vorweggenommene Werbungskosten im Rahmen der Einkommensteuer geltend zu machen.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit Unterhaltskosten, die im Rahmen der Ausbildung anfallen und von den Eltern getragen werden, als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung der Eltern geltend zu machen.

Auch ein während eines Dualen Studiums zwischenzeitlich beendeter studienintegrierter Ausbildungsgang stellt keine abgeschlossene Berufsausbildung dar (BFH vom 03.07.2014 III R 52/13).

Gerne beraten wir Sie und helfen Ihnen das Studium steuerlich bzw. im Rahmen des Kindergeldes optimal geltend zu machen.


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Wolfgang Burk, Steuerberater, Fachberater für Restrukturierung und Unternehmensplanung (DStV e.V.), Tel. 0271 / 8800-50 / wolfgang.burk@8p.de