Beratung ist ein wichtiges Instrument zur Stärkung des unternehmerischen Know-hows von kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU). Damit der deutsche Mittelstand auch in Zukunft stark bleibt, hat sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit seinem Schreiben vom 28.12.2015 dazu entschlossen, Zuschüsse für Beratungsdienstleistungen für die KMU zu fördern. Ziel ist es, die Erfolgsaussichten, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit sowie die Beschäftigungs- und die Anpassungsfähigkeit von KMU zu erhöhen oder wiederherzustellen und Arbeitsplätze zu sichern. Die Förderung des Programms erfolgt aus Mitteln des europäischen Sozialfonds (ESF) und des BMWi. Als Bewilligungsbehörde ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beauftragt.


Die Fakten:

Antragsberechtigte sind unter anderem junge, neu gegründete Unternehmen (Jungunternehmen), bereits länger am Markt bestehende KMU (Bestandsunternehmen) sowie KMU in Schwierigkeiten.

Es handelt sich bei der Zuwendung um De-minimis-Beihilfen, die einem Unternehmen im Jahr der Bewilligung der Beihilfe sowie den zwei vorausgegangenen Steuerjahren bis zu einem Betrag von 200.000 Euro gewährt werden.

Nachdem das betroffene Unternehmen seinen Antrag gestellt hat, prüft die Leitstelle die formalen Förderungsvoraussetzungen und informiert das Unternehmen über das Ergebnis. Bei positiver Antwort erhalten die Antragsteller mit dem Zuwendungsbescheid eine De-minimis-Bescheinigung und können sich nun einen Berater frei auswählen.

Für die Jungunternehmen dient die Förderung unternehmerischen Know-hows dazu, sie innerhalb der ersten zwei Jahre nach Gründung beim Aufbau und bei der nachhaltigen Führung zu unterstützen und zu deren Sicherung beizutragen. So werden Beratungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung gefördert. Der Zweck für die Bestandsunternehmen ist, ihr Unternehmenspotenzial und ihre Handlungskompetenzen zu ergänzen und zu vertiefen. Daher werden allgemeine Beratungen wie bei neu gegründeten Unternehmen gefördert. Für die KMU in Schwierigkeiten dient die Förderung dazu, ihre Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen und Entlassungen vorzubeugen. Als Gegenstand der Förderung werden Beratungen zur Wiederherstellung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit dieser KMU unabhängig vom Unternehmensalter angeboten. Die Anträge auf Gewährung eines Zuschusses zu den Kosten einer geplanten  Beratung sind online über die Antragsplattform des BAFA zu stellen. Beratungen müssen konzeptionell durchgeführt und dokumentiert werden. Die Konzeption beinhaltet eine orientierte Analyse der Situation des Unternehmens, die Benennung der ermittelten Schwachstellen und konkrete betriebsindividuelle Handlungsempfehlungen. Für Bestandsunternehmen dürfen die Beratungen pro Beratungsart eine maximale Dauer von fünf Tagen nicht überschreiten. Diese Tage müssen nicht aufeinander folgen.

Weiter Informationen finden Sie hier auf den Seiten des BAFA.


Sie haben Fragen? Ihr Ansprechpartner ist:

Matthias Künzel, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, D.U.T. (Diplôme universitaire de technologie), Tel. 0271 / 8800-50 / matthias.kuenzel@8p.de