Nach der bisherigen Verwaltungsauffassung stellten Blockheizkraftwerke (BKHW) bei vermieteten oder gewerblichen Immobilien selbständige Wirtschaftsgüter dar, die über zehn Jahre abzuschreiben waren. Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hatte aber im Jahr 2014 BKHW als unselbständige Gebäudebestandteile angesehen. Die Finanzverwaltung hat daraufhin ihre Auffassung zum Abzug der Kosten für BKHW ab 2016 geändert.


Die Fakten:

Da BKHW nicht mehr als bewegliche Wirtschaftsgüter gelten, entfällt der steuermindernde Investitionsabzugbetrag und die Sonderabschreibung nach § 7g EStG.

Ferner können die Anschaffungskosten nicht mehr über 10 Jahre, sondern nur noch über die Nutzungsdauer des Gebäudes (in der Regel also über 50 Jahre / 2%) abgeschrieben werden.

Wichtig: Die neue Sichtweise der Verwaltung gilt für die Fälle, in denen das BKHW keine Betriebsvorrichtung ist, d.h. der eigentliche Zweck in der Gebäude- und Wasserbeheizung liegt.

Was müssen Sie noch für 2015 beachten?

Das aus Vertrauensschutzgründen eingeräumte Wahlrecht (die bisher günstigere Sichtweise weiter anzuwenden) ist auf alle BKHW anzuwenden, die vor dem 31.12.2015 angeschafft, hergestellt oder verbindlich bestellt worden sind.  Das Wahlrecht ist gegenüber dem Finanzamt  im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung oder des Feststellungsverfahrens spätestens für den Veranlagungszeitraum 2015 auszuüben.

Besonderheiten ergeben sich noch für in den Jahren 2013 oder 2014 gebildete Investitionsabzugsbeträge (vgl. Bayrisches Landesamt für Steuern vom 11.01.2016). Über diesen Punkt und den steuerlichen Folgen beim Kauf einer neuen Anlage beraten wir Sie gern individuell.


Sie haben Fragen? Ihr Ansprechpartner ist:

Helmut Radtke, Bilanzbuchhalter - International IHK, Tel. 0271 / 23090-0 / helmut.radtke@8p.de