In einem aktuellen Urteilsfall wurde der Kläger im Februar des Streitjahres zum Steuerberater bestellt. Im April desselben Jahres war sein 30. Geburtstag. Zur Feier beider Ereignisse lud er Kollegen, Verwandte und Bekannte in die Stadthalle seines Wohnorts ein. Er teilte die für Hallenmiete und Bewirtung entstandenen Aufwendungen nach Köpfen auf und begehrte den Abzug als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, soweit sie auf die dem beruflichen Bereich zugeordneten Gäste entfielen.


Die Fakten:

Bisher konnten Aufwendungen eines Arbeitnehmers für eine Feier aus beruflichem und privatem Anlass steuerlich nicht abgezogen werden. Nach einer Rechtsprechungsänderung des Bundesfinanzhofs (BFH) im Jahr 2009 wurde das „Abzugsverbot“ bei gemischten Aufwendungen durch ein „Aufteilungsgebot“ ersetzt.

So entschied der BFH auch hier, dass der als Werbungskosten abziehbare Betrag im Falle einer Feier aus beruflichem und privatem Anlass anhand der Herkunft der Gäste aus dem beruflichen oder privaten Umfeld des Steuerpflichtigen abgegrenzt werden kann.

Der BFH setzt dafür voraus, dass die Einladung der Gäste aus dem beruflichen Umfeld (nahezu) ausschließlich beruflich veranlasst ist. Hiervon kann nach insbesondere dann auszugehen sein, wenn nicht nur ausgesuchte Gäste aus dem beruflichen Umfeld eingeladen werden, sondern die Einladungen nach abstrakten berufsbezogenen Kriterien (z.B. alle Zugehörigen einer bestimmten Abteilung) ausgesprochen werden.

Wer berufliche und private Anlasse einer Feier verbinden möchte um dadurch Steuervorteile zu erzielen, muss bei der Festlegung des Teilnehmerkreises der Feier darauf achten, nicht nur einzelne, ausgesuchte Kollegen sondern möglichst gleich eine gesamte Abteilung einzuladen.  Heben Sie als Nachweis eine Liste mit den geladenen Gästen auf und notieren Sie, wer tatsächlich anwesend war.


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Frank Beimdieke, Vereidigter Buchprüfer, Steuerberater, Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV e.V.), Tel. 02734/ 4336-0 / frank.beimdieke@8p.de