Ob Ihr Arbeitszimmer im Privat- oder Betriebsvermögen berücksichtigt wird, kann unterschiedliche Folgen für die Besteuerung auslösen.


Die Fakten:

Für die Zuordnung eines Arbeitszimmers zum steuerlichen Betriebs- bzw. Privatvermögen ist grundsätzlich die Art der Nutzung entscheidend.

Bei einer betrieblichen Nutzung von mehr als 50% stellt das Arbeitszimmer sogenanntes notwendiges Betriebsvermögen dar. Dies gilt auch dann, wenn die damit verbundenen Kosten (z. B. Abschreibungen etc.) überhaupt nicht bzw. nur eingeschränkt abzugsfähig sind, weil das Arbeitszimmer steuerlich nicht anerkannt wird (vgl. § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG).

Sofern es sich bei dem Arbeitszimmer um einen Grundstücksteil von untergeordnetem Wert handelt, ist die Behandlung als Betriebsvermögen nicht zwingend vorzunehmen (§ 8 EStDV). D. h. das Büro bleibt weiterhin steuerliches Privatvermögen. Dies gilt grundsätzlich dann, wenn der Gebäudeteil nicht mehr als ein Fünftel des gemeinen Werts des Grundstücks und nicht mehr als 20.500 Euro beträgt. Der anteilige Grund und Boden ist in die Berechnung mit einzubeziehen. Die Einhaltung dieser Fristen ist jährlich zu prüfen.

Falls ein im Betriebsvermögen erfasstes Arbeitszimmer im Rahmen einer Veräußerung bzw. Entnahme (z. B. aufgrund einer Änderung der Nutzung für private Zwecke) zu einem Gewinn führt, ist dieser auch dann zu versteuern, wenn der Abzug entsprechender Kosten für die Räumlichkeiten aufgrund der Abzugsbeschränkung gemäß § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG nur teilweise oder insgesamt nicht möglich war.

Zählt das Arbeitszimmer hingegen zum Privatvermögen ist lediglich die Spekulationsfrist von 10 Jahren zu beachten, in denen entsprechende Gewinne eine Besteuerung auslösen können. Ebenfalls ist nicht entscheidend, wie die entstandenen Kosten behandelt wurden. Liegt ein steuerlich anzuerkennendes Arbeitszimmer vor, sind die anteiligen Raumkosten steuerlich mindernd im Rahmen einer Kosteneinlage zu berücksichtigen.


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Simon Weyel, Steuerberater, Tel. 02739 / 3039-0 / simon.weyel@8p.de