Grundsätzlich erzielt eine aus Ärzten bestehende GbR aus ihrer freiberuflichen Tätigkeit Einkünfte aus selbständiger Arbeit gem. § 18 EStG, die nicht der Gewerbesteuer unterliegen.

Allerdings kann über die sog. Abfärberegelung des § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG unter folgenden Voraussetzungen nach den BFH-Urteilen vom 03.11.2015 – VIII R 62/13 und VIII R 63/13 eine Infizierung sämtlicher freiberuflicher Einkünfte der Ärzte GbR in gewerbliche Einkünfte drohen, wenn:


Die Fakten:

ein (Schein-) Gesellschafter wegen fehlender Beteiligung an Gewinn, Vermögen und den stillen Reserven nicht als Mitunternehmer der GbR anzusehen ist und

dieser Gesellschafter eigenverantwortlich ärztliche Leistungen erbringt und

diese Leistungen mangels ausreichender Überwachung nicht auf einer leitenden Tätigkeit der anderen Gesellschafter beruhen und

die Umsätze des (Schein-) Gesellschafters überschreiten 3 % der Gesamtnettoumsatzerlöse der Gesellschaft und den Betrag in Höhe von 24.500 €.

Bei Überschreiten der z. Zt. geltenden Umsatzgrenze (600.000 €) oder Gewinngrenze (60.000 €) in der Gemeinschaftspraxis besteht Bilanzierungspflicht und die Notwendigkeit der Ermittlung eines Übergangsgewinns. Insbesondere die Pflicht zur Aktivierung von Honorarforderungen kann dabei zu erheblichen Gewinnerhöhungen führen.

Sämtliche Einkünfte der Ärzte GbR unterliegen der Gewerbesteuer. Die Gewerbesteuer ist grundsätzlich allerdings zu einem wesentlichen Teil bei der Einkommensteuerfestsetzung der Gesellschafter anrechenbar.

Durch gestalterische Maßnahmen können diese Infizierungsrisiken beseitigt / gemindert werden. Gerne stehen wir Ihnen für weitere Fragen oder auch eine konkrete Beratung zur Verfügung.


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Sven Dienemann, Steuerberater, Tel. 02739 / 3039-0 / sven.dienemann@8p.de