Die Bundesregierung hat sich angesichts der Corona-Krise auf ein 130-Milliarden-Euro schweres Konjunkturprogramm geeinigt. Aus steuerlicher Sicht sind u. a. die folgenden Maßnahmen geplant.

 


Die Fakten:

Absenkung der Mehrwertsteuer: Der Umsatzsteuersatz soll in der Zeit vom 01.07.2020 bis zum 31.12.2020 von 19 % auf 16 % und der ermäßigte Satz von 7 % auf 5 % gesenkt werden. Ausführliche Informationen hierzu finden Sie hier. 

Degressive AfA: Für Investitionen in bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in den Jahren 2020 und 2021 wird eine degressive Abschreibung für Abnutzung (AfA) eingeführt. Die degressive AfA beträgt das 2,5-fache der regulären AfA, maximal 25 % pro Jahr. 

Steuerliche Verlustberücksichtigung: Der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 auf 5 Mio. Euro / 10 Mio. Euro (Zusammenveranlagung) erhöht. Für die nachträgliche Anpassung der Steuervorauszahlungen 2019 kann ein pauschaler Verlustrücktrag berücksichtigt werden. In der Steuererklärung 2019 kann ebenfalls ein vorläufiger pauschaler Verlustrücktrag aus dem Jahr 2020 berücksichtigt werden. 

Kinderbonus für Familien und Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende: Eltern erhalten einmalig einen Kinderbonus für jedes kindergeldberechtigte Kind in Höhe von 300 Euro, der voraussichtlich im September und Oktober in zwei Raten ausgezahlt wird. Der Bonus wird auf den Kinderfreibetrag im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung angerechnet, sodass sich der Bonus bei höheren Einkommen nicht auswirkt. Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird von derzeit 1908 Euro auf 4008 Euro (befristet für die Jahre 2020 und 2021) angehoben. 

Verlängerung von Fristen: Die in 2020 endende Investitionsfrist nach § 7g EStG (Investitionsabzugsbetrag) verlängert sich um ein Jahr (betrifft Investitionsabzugsbeträge, die im Wirtschaftsjahr 2017 gebildet wurden). Auch die Reinvestitionsfristen für eine steuerfreie Rücklage nach § 6b EStG verlängern sich um ein Jahr. 

Gewerbesteuer: Die Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer wird erhöht (Faktor 4,0 statt 3,8). Daneben wird der Freibetrag für die Hinzurechnungstatbestände des § 8 Nr. 1 GewStG auf 200.000 Euro erhöht. 

Das Gesetzgebungsverfahren soll noch im Juni abgeschlossen werden. 

Selbstverständlich können Sie sich bei Fragen jederzeit an uns wenden, wie gewohnt unter der Telefonnummer 0271 88 00-50. 


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Gunnar Steffens, Steuerberater, Tel. 0271 / 8800-50 / Gunnar.Steffens@8P.de